Das Hofmuseum der Familie Läufer in Klietz

 

Wie hat sich das Museum herausgebildet und entwickelt?

 

Im Jahre 1996 interessierte sich eine 3. Klasse der hiesigen Grundschule für  das Landleben der Menschen in früheren Zeiten. Sie wollten wissen, wozu die Gebäude dienten, die man noch heute in allen Dörfern sehen kann. Auch, wie die Menschen auf so einem Bauernhof lebten. Sie besuchten den Hof der Familie Läufer, um eine Antwort auf ihre Fragen zu bekommen.

Aus dieser Begebenheit entsteht die Idee, alten Hausrat, Geräte und Maschinen aus früheren Jahren zusammeln, um sie auch künftig den Schülern zeigen zu können. Die Familie Läufer kümmert sich um die Sammlung.

 

Im Juni 1998 kann die erste Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden und im Oktober dieses Jahres findet ein kleines Hoffest statt, bei dem auch Techniken des alten Handwerks gezeigt werden.

In den nachfolgenden Jahren entwickelt sich dieses Museum vor allem zu einer guten Adresse für die hiesigen Schulkinder. Auch Klassen aus umliegenden Gemeinden nutzen das Museum für den Unterricht. Mit den Kindern wird gemeinsam gebacken, gebuttert, genagelt, gesponnen und gewebt. Man kann selbst Seile herstellen und Plattdeutsch hören.

Die Hoffeste finden regelmäßig statt und finden große Zustimmung nicht nur bei den Klietzer.

Beim Besuch von Seniorengruppen werden Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wieder wach.

 

Im Jahre 2001 wird der Klietzer Heimatverein „ De Dörplüe“ gegründet. Die vorhandenen Ausstellungsräume und Exponate werden dem Verein zur Nutzung übergeben.

2002 wird eine Spinnstube eingerichtet. Hier treffen sich einmal wöchentlich zehn Frauen aus Klietz und umliegenden Dörfern zu einem Spinn-Nachmittag. Im Herbst dieses Jahres findet das 1. Schaumähen statt. Alte Erntetechniken von der Sense bis zum Mähdrescher werden vorgeführt. Man beschließt, ein solches Schaumähen jährlich im Juli durchzuführen.

Ende September wird erstmals das Erntedankfest im Hofmuseum gefeiert. Das Fest wird eingeleitet mit einem Festumzug aus Erntewagen und Landtechnik.

Mit Fördergeldern entstehen im Stallgebäude des Museums 2003 eine kleine Küche, ein Backofen, ein Aufenthaltsraum und eine Toilette.

Die Ausstellungsfläche wird 2004 erweitert und 2005 wird an der weiteren Schaffung von Ausstellungsflächen gearbeitet. Die Idee, einen Raum mit Ausstellungsgegenständen aus den Jahren zwischen 1945 und 1990 einzurichten, nimmt bereits Gestalt an.

 

Das Hofmuseum ist Mitglied des Museumsverbandes des Landes Sachsen-Anhalt. Es versteht sich vor allem als ein Beitrag zur Entwicklung von Geschichtsbewusstsein.

Inzwischen zählt das Museum etwa 1000 Besucher jährlich.

 

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